Navigation öffnen


Gedanken zum Welthörtag 3. März

03.03.2020

"Unser Gehör schläft nie, es lässt sich nicht abschalten. Das ist Glück und Unglück zugleich." Alexandra Rojkov

Ein Artikel der Zeitschrift "Flow" regt mich zum Nachdenken an. Die Journalistin begibt sich auf die Suche nach der Stille. Sie liest ein Buch mit dem Titel "Stille" von Erling Kagge. Er ist alleine in 50 Tagen zum Südpol gewandert und hat in dieser Zeit kaum etwas gehört. Denn wenn kein Wind wehte, war es in der Antarktis still. Diese Stille erfüllte ihn.

Die Journalistin Alexandra Rojkov stört sich am Lärm in ihrer Umgebung. Sie fragt sich, ob Stille die Lösung für ihr Problem ist. Sie findet sie zwar in verschiedenen schallfreien Räumen, fühlt sich aber nicht wohl. Sie kommt zum Schluss, dass Ruhe die Antwort sein muss. Und findet jene an einem gemütlichen Nachmittag beim Kaffeetrinken mit einem Freund.

Ich frage mich, was also ist der Unterschied zwischen Stille und Ruhe? Als Stille bezeichnen wir Lautlosigkeit, die völlige Abwesenheit jeglicher Geräusche. Um sie in der Natur zu finden, scheint man bis zum Südpol gehen zu müssen. Und Ruhe bedeutet, so glaube ich, für jeden Menschen etwas anderes. Für mich ist Ruhe das Ankommen. Innehalten, meine innere Mitte wiederfinden. Das muss nicht unbedingt in der Bewegungslosigkeit passieren.

Einen schönen Moment der Ruhe habe ich zusammen mit meiner Frau erlebt. Am Heinzenberg sind wir zur Präzer Höhe gewandert. Wir haben uns hingesetzt und die Aussicht genossen. Dabei ist uns die Stille aufgefallen. Und dass wir im Alltag immer von Lärm umgeben sind. Wir haben uns damals gefragt, ob der Mensch die Stille überhaupt noch aushalten kann. Vermutlich nicht. Jetzt, ein paar Jahre später und mit zwei lebhaften Kindern wünsche ich mir diesen Moment manchmal zurück. Und freue mich auf unsere nächste Wanderung dorthin. Auf diese wohltuende Ruhe, an diesen für uns besonderen Ort.

Nehmen Sie sich gerade jetzt einen Moment Zeit. Was bedeutet für Sie Ruhe? Und sorgen Sie dafür, dass es nicht beim Gedanken bleibt.

solution by skipp